Stille durchzieht meinen Kopf, dröhnende Stille, die mich erstarren lässt. Ich sitze reglos auf dem Balkon, lausche der Melancholie aus den Lautsprechern und spüre nicht einmal wie die Kälte in meine Glieder zieht.
"Selbst Schuld", denke ich. War es das, was ich bezwecken wollte? Reglosigkeit? Motivationslosigkeit? Ich habe es jeweils geschafft. Stress und Druck klopfen an die Hintertür in meinem Kopf, die nächste Klausur steht an, doch ich überhöre ihr Rufen ganz gepflegt. Mein Verstand versucht mich dazu zu überreden zu lernen, weiß er doch, dass ich hohe Ansprüche habe und meinen Schnitt nicht nur halten, sondern verbessern will und vermutlich auch muss. Durchschnitt hat mir nie genügt, gut war nie gut genug, dünn nie dünn genug, nett nie nett genug. Nicht einmal krank war krank genug.
Der Konjunktiv durchzieht meine Existenz: hätte, würde, könnte, ein Zustand, den ich nie erreichen kann, ein Optimum, das ins Unendliche reicht.
Die Farbe meines Lebens ist wohl transparent, durchlässig für alles und nichts, zu oft gefärbt von der Dunkelheit. Ich bin eine permeable Membran.
Jeder Versuch mir selbst einzureden, dass irgendwann alles besser wird, vielleicht sogar gut, schlägt heute fehl. Es ist einer dieser Tage, die man am besten gleich aus seinem Kalender streicht, die eigentlich gar nicht existieren, weil man selbst nicht existiert und sich nicht vorstellen kann, dass es jemals wieder anders wird. Ein lebenlang dagegen ankämpfen? Ich weiß weder, wie das funktionieren sollte, noch, ob ich das überhaupt möchte.
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