"And it's peaceful in the deep
Cathedral where you cannot breathe
No need to pray, no need to speak
Now I am under all
And it's breaking over me
A thousand miles down to the sea bed
Found the place to rest my head
Never let me go"
(Florence and the Machine - never let me go)
Die Flut der Sinnlosigkeit übermannt mich und spült Wellen des Nichts an Land. Hier ist niemand, der die Dämme aufrecht erhalten, niemand, der die Löcher stopfen oder die Trümmer räumen könnte. Was bleibt, ist ein Chaos an Schäden und Brüchen, an Rissen und Zerbrochenem. Ein Schlachtfeld, auf dem eine Partei mit bloßer Körperkraft und die andere mit Atombomben kämpft. Resignation stellt sich ein und die Frage, ob es überhaupt Sinn hat, die Artillerie weiter vorwärts rücken zu lassen, obwohl der Kampf doch schon längst verloren ist. Rückzug ist die einzige Option, die Seele in kleinste Entitäten teilen und Unterschlupf suchen, Verstecke finden und hoffen, dass zumindest ein einziger Teil unversehrt bleibt.
Ich habe mich gefragt, ob ich überhaupt berechtigt bin, eine Psychotherapie in Anspruch zu nehmen, nicht, weil ich denken würde, ich hätte es nicht verdient glücklich zu sein, sondern viel eher, weil ich nicht wusste, wie krank ich wirklich bin und wie viel ich mir einrede, ja, mich sogar selbst Stück für Stück hineintreibe in die Dunkelheit. Ich habe die Antwort darauf gefunden, als ich aufwachte und mich zwingen musste, mein Bett zu verlassen. Es ist egal, wie viel ich selbst dazu beitrage, dass es mir schlecht geht, alles was zählt ist die Tatsache, dass es mir schlecht geht. Nach meiner ganzen Krankengeschichte zu urteilen, sollte man meinen, ich wäre ein alter Hase, wenn es um Therapeuten geht, so viele wie ich schon verbraucht habe. Es ist jedoch genau anders herum. Jede Therapie, die ich jemals begonnen habe, hat ins Nichts geführt oder auf die Intensivstation. Dieses Mal ist es anders, ich habe ein gutes Gefühl, ja viel mehr sogar noch. Ich werde ernst genommen und würde schon nach der ersten Sitzung am liebsten jeden Tag zu ihr gehen. Bin ich schon nach der ersten Probesitzung abhängig von ihr? Schade, dass ich mit dem nächsten Termin bis nächstes Jahr warten muss.
Habe so viel zu tun, viel zu viel zu tun und komme doch zu nichts. Die Zettel an meiner Pinnwand, beschrieben mit Aufgaben, die ich zu erledigen habe, um meinen Alltag aufrecht zu erhalten, um in der Uni mithalten zu können, häufen sich. Und je mehr es werden, desto gelähmter werde ich.
Möchte mich betäuben mit Gras, Alkohol, Tabletten, möchte mir den Druck von der Haut schneiden und meine Dämonen in der Toilette versenken.
ich habe gerade an dich denken müssen, weil ich deinen alten blog immer gelesen habe. ich wünsche dir erstmal viel kraft weiterhin.
AntwortenLöschenund zu der geschichte mit der therapeutin: ich denke nicht, dass du abhängig von ihr bist. ich hatte auch mal eine therapeutin, die irgendwie sehr mütterlich war. das war einfach das, was ich damals brauchte und was mir auch sehr gut tat. trotzdem habe ich es geschafft, mich von ihr zu verabschieden.
also, wie gesagt: ich wünsche dir viel glück. und kraft. und lebensmut.
liebe grüße