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Donnerstag, 23. April 2015

I don't think I'm gonna make it past tomorrow - Ed Sheeran

Ich fühle mich, als stünde ich in der Warteschlange zu meinem Leben. Während die anderen Schlangen scheinbar immer schneller voran kommen, stehe ich bloß auf ein und demselben Fleck, lasse Menschen vor, die es eilig haben, die ein Ziel vor Augen haben. Ich warte auf irgendetwas, doch weiß nicht worauf es sich zu warten lohnt. Vielleicht darauf, das mein Leben endlich anfängt und die Depression aufhört. Doch die Depression wird nicht aufhören, nicht einfach so, nicht nach all den Wochen, Monaten, Jahren. Es gibt Tage, da kann ich sie fast vergessen, spüre nur noch ihr dumpfes Klopfen an die Tür in meinem Kopf, doch viel öfter gibt es jene Tage, an denen sie bleischwer auf mir lastet und mich lähmt. Mich müde macht und kraftlos. Wie lebt man mit der Gewissheit, dass es immer ein Kampf bleiben wird? Ich dachte, es würde sich alles normalisieren, wenn ich mich zu einem Alltag zwinge: Regelmäßig Essen, zur Uni gehen, Lernen, Verabredungen einhalten. Doch das tat es nicht. Jede Aktivität ist Zwang und Überwindung, ein Aussitzen und bloß darauf hoffen, dass es bald vorbei ist. Wie lange kann ich das noch so über mich bringen, bevor mich die Hoffnung komplett verlässt?
Mein Kopf möchte bloß Stille und Ruhe, möchte sich in Luft auflösen, emporschweben in die unendliche Weite des Universums, möchte seinen Dienst endlich aufgeben dürfen und gleichzeitig erfüllt meinen Körper eine Unruhe, eine Langeweile, ein Drang irgendetwas zu tun. Antidepressiva vs. Depression.
Ich werde meine Dosis verringern, hoffe durch weniger Serotonin auch weniger physisch rastlos zu sein.

Man ist so hilflos, wenn man alle Hilfe hat, die man haben kann und doch keinen Millimeter voran kommt.

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