Was wir sind und was wir werden wollen sind zwei unterschiedliche paar Schuhe. Das eine mindestens zwei Nummern zu groß, damit wir noch rein wachsen können. Nicht bloß mit dem großen Zeh, sondern mit dem ganzen Fuß.
Das Leben scheint ein ewig langer Marathon zu sein, für den ich nicht trainiert habe. Ohne Kondition hechle ich den anderen hinter her, muss Pausen einlegen, mich hinsetzen und hoffen, wieder zu Atem zu kommen, während meine Lungen zu explodieren scheinen. Kann das Ziel nicht sehen, bin so unendlich weit davon entfernt. Verliere die Orientierung, weiß nicht, welche Richtung zum Ziel und welche zurück zum Start führt. Würde eine Abkürzung bevorzugen, einen Schleichweg, der mich in die Irre führt. Wie diese riesigen Labyrinthe, deren Wege eingezäunt sind von Hecken über die man weder drüber noch durch schauen kann. Habe zu lange nach einem Ausgang gesucht, lasse mich fallen in die Resignation und werde umarmt von der Melancholie. Sie bietet mir nicht die starken Arme, nach denen ich mich sehne, nicht die Nähe eines anderen Wesens, das zumindest vorgibt mich zu verstehen. Und doch ist sie wenigstens da. Natürlich nicht physisch, aber wenigstens in meinem Kopf.
Ich bin so lächerlich einsam, dass ich mein Selbstmitleid in schweren Melodien, Zigaretten, Wein und Pillen ertränke.
Ich habe alles, was ich will und nichts, was ich wirklich brauche. Ist das die Ironie des Lebens? Ich steh' auf Ironie, aber diese hier bringt mich bloß ins Wanken.
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