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Freitag, 20. Dezember 2013

Entfernt von mir

"Die Umstände, die zu einer Leistungsbeeinträchtigung und/oder einem späteren Erwerb der Studienberechtigung geführt haben, müssen durch geeignete Unterlagen belegt werden. 
Werden zum Beispiel gesundheitliche Gründe geltend gemacht, ist grundsätzlich ein fachärztliches Gutachten vorzulegen. In dem fachärztlichen Gutachten muss schlüssig nachgewiesen werden, dass gesundheitliche Umstände vorlagen, die entweder die schulischen Leistungen beeinträchtigt und/oder einen früheren Erwerb der Studienberechtigung verhindert haben." [...] Hochschulstart

Habe eben die Bewerbung für einen Studienplatz fertig gemacht und hätte den obigen Nachteilsantrag fast mit ja ausgefüllt. Doch mit welcher Begründung? Ja, ich habe mein Abitur ein Jahr später gemacht, als zu erwarten war, weil mich die Depression fast mein Leben hätte beenden lassen und vielleicht haben auch meine Noten und meine Motivation ein wenig darunter gelitten.. aber im Grunde genommen bin ich es selbst Schuld. Die falschen Freunde, die Drogen,  die wohl selbst herbei geführte Essstörung. Wenn mich meine Psyche schon fast um mein Abitur gebracht hätte, wie wahrscheinlich ist es dann, dass sie als positiver Faktor berechnet wird, als Aufwertung für meinen Schnitt? 

Manchmal, da kann ich auf all die schwierigen Jahre zurück blicken, fast schon mit einem Lächeln im Gesicht, fast schon stolz, dass ich es geschafft habe, wieder Normalität in mein Leben zu bringen. Doch wenn ich wirklich darüber nachdenke, bin ich noch immer weit von einem normalen Leben, von meinem Leben entfernt. Ich gehe arbeiten, verdiene Geld, habe einen Freund, kiffe nicht mehr und habe seit 4 Tagen keine Zigarette mehr angefasst. Dafür sollte ich mir vielleicht lobend auf die Schulter klopfen, aber ich bin nicht zufrieden, bin nie zufrieden mit mir! Ich habe keine Hobbys, weil ich es nicht schaffe mein Bett zu verlassen, sobald ich von der Arbeit heim komme, weil mir die Motivation fehlt auch nur etwas anzufangen, geschweige denn etwas zu Ende zu bringen. Ich traue mich so vieles nicht, verzichte lieber, als etwas zu probieren und zu versagen. Habe Vorurteile gegen mich selbst und begegne gleichzeitig jedem Fremden mit Offenheit. Ich habe mich selbst abgestempelt, in eine Schublade gesteckt mit der Aufschrift "Unwichtig" oder "Abgeschlossener Auftrag". Ich erlaube mir selbst so wenig und will jedem anderen die unendliche Freiheit schenken. Obwohl ich wohl nicht mehr krank bin, lebe nicht nicht, sondern existiere bloß. Noch immer will ich dieses Leben, das mir aufgezwungen wurde nicht. Doch wie soll man das einem Menschen erklären, der normal tickt, bei dem die Synapsen nicht irgendwie verrutscht sind und falsche Informationen weiter geben?

Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr will ich zurück in diese kranke Zeit, in die Depression, in die Essstörung, in all das, was mich eigentlich bloß zerstört. Doch der wichtige Punkt ist der, dass ich in diesen Momenten nicht gemerkt habe, wie unsicher ich bin, wie gering mein Selbstbewusstsein ist, wie klein ich doch bin..

3 Kommentare:

  1. Du bist gewiss nicht klein. Jeder hat einmal einen Durchhänger, manche früher, manche später, manche öfter, manche vielleicht nur einmal. Es wird alles gut. Du bist stark.

    Liebe Grüße
    Emaschi

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  2. Ich finde du kannst sehrwohl stolz auf dich sein. Ich verfolge deine Posts nun schon seit echt langer Zeit ( ich meine sogar schon so um die 2 Jahre ) und wenn ich so zurück blicke sieht es für mich doch ziemlich so aus, als ob du so einiges geschafft hast. Bitte schenke diesen vielen Dingen doch auch mal einen Blick. Denn es ist einfach die Wahrheit: Du hast unglaublich viel geschafft und geleistet. Du solltest stolz auf dich sein und ich bin mir sicher, dass es unglaublich viele Menschen daraußen sind die schon sehr stolz auf dich sind. Ich gehöre auch dazu. Ich bin unglaublich stolz auf dich un bewundere deine Stärke, deinen Kampfgeist, deinen Erfolg. Auch wenn du mich nicht kennst, ich möchte dir sagen, dass das, was dir dein Kopf zu sagen versucht nicht die Wahrheit ist. Es ist das letzte Stück der Krankheit, was noch in dir ist. Bitte lass es nicht siegen. Das ist es nicht wert, wirklich nicht. Ich hoffe sehr, dass du mein Kommentar gelesen hast und dir meine Worte zu Herzen nimmst. Das würde mich wirklich sehr glücklich machen <3
    Vielleicht magst du ja auch mal auf meinem Blog vorbeischauen- Ich komme mir so blöd vor, wenn ich seit 2 Jahren dein Zeugs lese, schon ziemlich viel üder dich weiß und du mich überhaupt nicht kennst :D
    Bitte pass gut auf dich auf! <3

    Ganz liebe Grüße,
    Sophie


    Ps: noch der link ;) : http://iwillfeelaliveagain.blogspot.de

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  3. Also ich bin stolz auf dich, auch wenn du es im Moment vielleicht (noch) nicht sein kannst. Du bist so bewundernswert, hast all das "geschafft", oder halbwegs geschafft, du bist auf einem guten Weg und musst ihn nur noch ein Stückchen weiter zu ende gehen, wenn du weißt was ich meine.

    ps:
    ja, ich verstehe deine worte und ich weiß, dass sie stimmen, aber irgendwie ändert das nichts. leider.

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